demnächst

Alice Merton

+ LIAS


Dienstag   03/03 2026   20.00 h
Bielefeld, Lokschuppen
vvk: ab 44,69 €
abk: 52,00 €


TICKETS



Alice Merton

www.alicemerton.com/
www.instagram.com/alicemerton/
www.lokschuppen-event.de

Alice Merton ist bekannt geworden als das Mädchen „ohne Wurzeln“. Geboren in Deutschland und aufgewachsen in Kanada und England, ging es in Alices Songs immer darum, das Leben als Nomadin zu feiern und sich ein Zuhause zu schaffen, wo auch immer man es haben möchte. Seit ihrem Debüt „No Roots“, das 2016 erschien, könnten die letzten paar Jahre eine ganze Karriere füllen: Eine Milliarde Streams, Top 10 Charts in ganz Europa, Auftritte in Coachella, 8x Platin, US-Gold und die Veröffentlichung der beiden Studioalben „MINT“ und „S.I.D.E.S.“. Alles unabhängig, alles selbst gemacht!

Alices neuestes Kapitel begann 2024 mit der Veröffentlichung von „Heron“. In dieser EP wenden sich ihre Gedanken nach innen, und statt in der Außenwelt ein Zuhause zu finden, begibt sie sich auf eine innere Reise, auf der sie sich innerlich verloren fühlt und die Frage aller Fragen stellt: Wer soll ich sein, und wie gut kennt man sich überhaupt? Sie stellt das eigene Glück in Frage, in einer Welt, in der wir ständig von den Meinungen anderer Menschen darüber beeinflusst werden, was für sie Glück bedeutet, vor allem in den sozialen Medien. Es ist fast unmöglich geworden, den Lärm herauszufiltern und sich wirklich zu fragen: „Was wollen wir wirklich von diesem Leben, und wie gut kennen wir uns eigentlich selbst? Können wir eigenständig unser Glück finden, ohne von der Definition aller anderen, was sie für Glück halten, bombardiert zu werden?“

All diese Fragen sind Teil von Heron, einem Namen, für den sich Alice entschied, nachdem sie wieder einmal in einer neuen Stadt gelandet war und diese eleganten Vögel mitten in London-Barbican beobachtete, einem ungewöhnlichen Ort, wie man meinen könnte, für einen solchen Vogel, der um Mitternacht weidet.

Und nun beginnt für Alice Merton ein aufregendes neues Kapitel. Nach einer US-Headline-Tournee und einem Sommer voller großer europäischer Festivals im Jahr 2024 geht sie diesen Sommer und Herbst wieder auf Tournee - mit einer Rückkehr in Städte und Länder, in denen sie seit Jahren nicht mehr gespielt hat.

Die Tournee beginnt im September in Kanada mit lang erwarteten Shows in Toronto, Montreal und Québec City, bevor sie im Oktober und November durch Europa führt - mit Stopps in München, Berlin, Prag, Mailand, Paris und mehr.

Diese neue Reihe von Shows verspricht nicht nur eine Reise durch alle Fan-Favoriten von Alice von „No Roots“ bis „Heron“, sondern auch neue Musik. Alice ist bereit, die nächste Evolution ihres Sounds und ihrer Geschichte mit dem Publikum auf der ganzen Welt zu teilen.


Support: LIAS

thisislias.com/

Sein Leben komplett umzukrempeln, um der eigenen Leidenschaft zu folgen, braucht vor allem eins: Mut. Mut, den auch LIAS erst finden musste, um sich seiner Angst vor Veränderung zu stellen und die Kunst des Loslassens zu lernen. Eine bittersüße Harmonie aus tiefem Schmerz und melancholischer Lebensfreude, die man in seiner Musik fast greifen kann. In seinen Songs spiegelt sich so nicht nur seine eigene Reise wider, sondern auch die universelle Suche nach Selbstausdruck und Verbindung.

„Ich male ein Bild und biete gleichzeitig eine Fläche“, sagt LIAS. „Dabei lege ich meine Emotionen in einen Song, aber versuche so viel Platz zu lassen, dass jemand anderes ihn nehmen und fühlen kann, was auch immer ihn in diesem Augenblick bewegt.“

Bereits von früh auf durfte LIAS die verbindende Kraft von Musik selbst erleben. Der Künstler aus Berlin mit niederländischen Wurzeln absolvierte bereits in jungen Jahren eine klassische Gesangsausbildung und stand als Knabensolist mit Weltstars wie José Carreras oder dem Orchester der Bayerischen Staatsoper München auf den grossen Bühnen dieser Welt. Bei Konzerten von Ecuador bis in die Sixtinische Kapelle im Vatikan bei Papst Benedikt XVI. Im Alter von fünf Jahren begann LIAS Klavier zu spielen - und trotz des Versuches, als Jugendlicher zu rebellieren und Gesang und Instrument gegen Fußball und Partys einzutauschen, blieb die klassische Musik sein Begleiter. Neben eindrucksvollen Songwritern wie John Mayer oder Billy Joel, gehören Komponisten wie Frédéric Chopin zu den wichtigsten Inspirationen seiner Musik.

Klassische Musik war von Anfang an nicht nur Zuhause, sondern auch ein besonderer Einfluss für LIAS. Doch der Reiz und die Neugier, aus gewohnten Bahnen der Klassik auszubrechen, sowie der Drang, seinem Inneren selbst Ausdruck zu verleihen, führten ihn zum Songwriting. Zunächst begann LIAS Songs aus dem Radio am Klavier nachzuspielen und zu improvisieren. Sein englischer Austauschschüler zeigte ihm während eines Aufenthalts in Reading zudem noch die ersten Akkorde auf der Gitarre – und so formte sich für ihn ein neuer Weg. Ein Weg, der ihn tief in die eigene Seele und Gefühlswelt leiten und den Mut lehren sollte, sich den Herausforderungen großer Veränderungen zu stellen.

Das Leben ist aber selten einfach nur geradlinig, und so brachten ihn Umwege erst in eine ganz andere Richtung: konservativ und streng katholisch aufgewachsen, wählte LIAS erst einmal die vermeintliche Sicherheit eines Studiums und einen Karriereweg in der Wirtschaft. Dieser führte ihn am Ende nicht nur nach Berlin, sondern auch in eine existentielle Identitätskrise. Sich diesem Gefühlschaos aus Abschied, Trennungsschmerz und Depression zu stellen, legte den Grundstein für das, was ihn heute als Künstler ganz besonders ausmacht: Mut, sich selbst zu hinterfragen, neue Wege zu beschreiten und auch in der Musik, die er macht, sein wahres Ich zu finden.

Der Abschied von seinem alten Leben, führte LIAS mitten in der Pandemie in eine WG mit Alex Sprave (u.a. Mando Diao, Me & My Drummer, Alien Coen), der Produzent, der mit ihm seine erste eigene Studio-EP „Run Boy Run“ produzierte, die 2022 erschien. „…ein ganz besonderer musikalischer Newcomer…“ schrieb die ELLE nach dem Erscheinen und das NOTION Magazin fasste zusammen: „Rising German songwriter unleashes his potential on his new EP.“ Doch „Run Boy Run“ ist vielschichtig - aber noch nicht der endgültige Befreiungsschlag. Sie ist vielmehr das Zeugnis einer Trennungsgeschichte, das eines jungen Mannes, der in Revision mit sich selbst geht, und sich zunächst allein und isoliert fühlt. Auch der Pandemie geschuldet, entstand die EP in einem eng gezogenen Kreis, den das Gefühl der Melancholie beherrschte. Rückwärtsgewandt und traurig beschäftigt LIAS sich mit den Verlusten und dem Schmerz und schafft es am Ende, sein Innerstes in Songs zu legen. In diesem Gefühl nicht verloren zu gehen, sondern etwas zu vollenden und zu veröffentlichen, ist für LIAS nicht nur persönlich eine entscheidende Erfahrung, sondern öffnet ihm auch künstlerisch neue Türen.

Bei einer Session im legendären Clouds Hill Studio in Hamburg traf LIAS auf die Produzenten Valentin Hebel (ehemals Monako) und Sebastian „Muxi“ Muxfeldt (ehemals 1000 Robota) und begann mit ihnen an seiner nun veröffentlichten zweiten EP „Funeral of a Choir Boy“ zu arbeiten. Inspiriert von den Erfahrungen seiner ersten eigenen Tour und ausverkauften Akustikkonzerten, sowie der Magie, die Musik in sich hat, wenn sie Menschen live verbindet, war für LIAS hier die künstlerische Vision klar: Er wollte aus der Isolation der ersten EP auch musikalisch heraustreten und die Klangwelt von „Funeral of a Choir Boy“ mehr ins gemeinsame Musizieren bringen. Zum ersten Mal arbeitete er in den Clouds Hill Studios mit einer Studio-Live-Band zusammen und nahm dort seine gesamte neue EP auf. Musikalisch beeinflusst von Radiohead, The 1975, Phoebe Bridgers, aber auch seinen alten Helden wie Frédéric Chopin, gelang es ihm dabei, die hoffnungsvolle, nach vorne gewandte Seite der Melancholie einzufangen und sich erneut auf die transformierende Suche nach dem wahren Selbst zu begeben.

„Funeral of a Choir Boy“ zeigt zum einen eindrucksvoll, dass LIAS seine Musik nicht nur nach innen gewandt zur Verbindung mit sich selbst, sondern auch nach außen zur Kommunikation mit seinem Publikum nutzt. Sie wird dadurch umso mehr zum persönlichen und künstlerischen Befreiungsschlag, den „Run Boy Run“ bereits angekündigt hat. Seine Songs zelebrieren das Loslassen und Abschied nehmen vom alten Ich und ihm gelingt es künstlerisch, eine Brücke zu schlagen: Ähnlich wie es das Osterfest aus dem katholischen Glauben seiner Erziehung beschreibt, nutzt er die monumentalen Phasen Tod - Ruhezeit - Auferstehung - Erlösung, um die Verbindung von allem Widersprüchlichen, aber genauso Existenziellem greifbar zu machen und seiner Selbstverwirklichung einen fast bildlichen Rahmen zu geben.

Dabei leitet er mit einem „Prelude to the Funeral of a Choir Boy“ musikalisch über und greift mit „My Funeral“ noch ein letztes Mal den Schmerz des Abschieds auf. Auch auf „Cold Hands“ spürt man noch einmal die traurige Melancholie, doch der Abschied liegt bereits in der Vergangenheit. „Scared of letting go of pain that used to keep me save“ - LIAS manifestiert die Erkenntnis, dass man auch Schmerz loslassen muss, um weiterzugehen und von „Who I Was“ aus, das innere Selbst zu entdecken. Alte und anerzogene Glaubenssätze noch einmal neu zu überdenken und den Weg in sich selbst zu suchen, führt ihn schlussendlich zu „Get Your Love“, einem starken Mantra, dem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen. Und in diesem Song beweist LIAS musikalisch einmal mehr, wie tief er mit „the beauty of connection“ verwurzelt ist - er unterstreicht das Gefühl von Selbstvertrauen mit Chören, die einen Kreis mit seinem alten musikalischen Selbst schließen. Nun könnte man glauben, dass „Sweet Love of Mine“ den fulminanten Höhepunkt der (musikalischen) Auferstehung und Erlösung bereits einleitet, doch ist es ein zu tief friedvolles, wohlwollendes Innehalten in der Ruhe der Erkenntnis, das alles gut ist wie es war. Und endlich, mit „Kryptonite“ füllt LIAS das Künstlersein vielleicht zum ersten Mal voll aus und inszeniert sich selbst als Rockstar. Eine Identität, die ihm gut steht, aber immernoch den Anfang einer intensiven, künstlerischen Reise markiert.

„Funeral of a Choir Boy“ wurde am 18. Oktober 2024 veröffentlicht, während LIAS sich bereits im Studio an der Arbeit zu seinem Debütalbum befindet.

 
Alice Merton