demnächst

Schandmaul
+ Fiddler´s Green

Freitag   14/03 2014   19.45 h
Bielefeld, Ringlokschuppen
vvk: 34,50 €
abk: 35,00 €



Schandmaul

www.schandmaul.de
www.facebook.com/Schandmaul

Schandmaul - Unendlich In der akut wieder sehr populären Welt des Folkrock sind Schandmaul so etwas wie die große Samstagabend-Show: der Dauerbrenner seit 15 Jahren, voller Rituale, spannender Einlagen, beliebter Ehrengäste, mit einem vogelfreien Entertainer namens Thomas (Lindner) - das Spektakel für die ganze Familie, ob Punk-Enkel, Rittersmann, Ökobraut, Gothic-Girl oder Anzugonkel. Die Münchner Gruppe ist ein Garant für höchste Quoten. Konzerte sind Festtage für die zahlreichen Anhänger von der Nordsee bis zum Mittelmeer, die letzten Alben landeten allesamt in den Top-Ten. Band und Publikum wachsen zusammen, wachsen weiter: "Unendlich", wie die neue Platte verheißt.

Der Fan weiß, was er bekommt: erstklassige Spielmannskunst, lebenslustigen Folk, donnernden Rock und magische Mittelalterklänge. Doch jedes Album ist auch eine Wundertüte. Vor einer Weile waren die Musiker "alle schwer verliebt", so Thomas Lindner. Daher drängte es sie auf ihrem bis dahin erfolgreichsten Album "Traumtänzer", die traute Zweisamkeit in einer Flut von Balladen zu verewigen. Verliebt sind sie noch immer, doch nun auch fröhlicher, flotter, frischer, trunkener, erzählfreudiger, geselliger. Schandmaul feiern wieder in großer Runde. Mit den Tippelbrüdern etwa, den Handwerksleuten auf der "Walz". Ein alter Brauch, der sich wie die Musik und die Geschichten von Schandmaul auch im Hier und Heute noch abspielt. Wie die reisenden Gesellen atmen die rockenden Gefährten die Freiheit.

In zwei Instrumentalstücken auf "Unendlich" spielen die Damen von Schandmaul, Birgit Muggenthaler-Schmack und Anna Katharina Kränzlein, ihre virtuosen Künste an altehrwürdigen Instrumenten wie Schalmei, Drehleier und Geige voll aus: "Tangossa" ist ein Mix aus Tango und Bossa, den die Herren an Bass, Schlagzeug und Gitarre (Mathias Richter, Stefan Brunner, Martin Duckstein) in punkigem Folk eskalieren lassen. Auch bei "Little Miss Midleton", einer Irish-Folk-Ode an den gleichnamigen Whiskey, erhöhen sie zum Finale das Tanztempo kräftig.

Gezecht wird auch mit dem Brandner Kasper, jenem bayerischen Volkshelden, der beim Sensenmann mit einem Kartentrick etwas Lebenszeit ergaunert: "Der Kasper, der verreckte Hund, bescheißt unseren Gevatter, der Tod verliert Wette und Spiel, noch 15 Jahre hat er." Schandmaul geht es ums Ganze - auch wenn jemand das Spiel um Leben und Tod verliert. Noch einmal klingt die Irish Whistle weit und wehmütig in "Euch zum Geleit". Die Single des Albums beruht auf einer ergreifenden wahren Erlebnis: Martin Duckstein beschreibt darin die Beerdigung einer alten Freundin. Die Frau ließ den Pfarrer einen Brief vorlesen: "Macht Euch keinen Kopf, weint nicht, das Leben war schön." Große Gefühle und noch größere Geschichten haben es Thomas Lindner seit eh und je angetan. So fügen Schandmaul ihrer Trilogie über die Nibelungen einen weiteren Teil an, das Prequel zur Sage um Siegfrieds Vater und ein Zauberschwert. "Es ist das größte Epos, das wir haben", sagt Lindner.

Allen, die das falsch verstehen wollen, obwohl es bei Schandmaul eigentlich rein gar nichts misszuverstehen gibt, sendet die Gruppe mit "Bunt und nicht braun" eine eindeutige Botschaft. Damit beziehen Schandmaul zum ersten Mal politisch Stellung gegen rechte Tunichtgute, die im Fahrwasser vieler deutschsprachiger Bands fischen. "Wir sehen uns als Unterhaltungskapelle", stellt Linder klar, "eine Band, die verbinden will: Menschen, Musikstile, Lebensstile". Oder wie es in dem Lied heißt: "Wir spielen für die Freiheit, gegen genormtes Sein! Auf unserem Kreuzzug für mehr Toleranz laden wir ein . . . "

Text: Michael Zirnstein


Support: Fiddler´s Green

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WINNERS & BOOZERS erreichte Platz 7 der deutschen Album-Charts!

Es gibt nur Gewinner unter Musikern (und Hörern) des neuen Fiddler´s Green Albums. Bei „WINNERS & BOOZERS“ haben alle einen Platz an der Sonne, die einen sind Sieger, die anderen gewinnen dem Alkohol seine besten Seiten ab. „Bevor wir auf die Bühne gehen, trinken wir schon mal ein Schnäpschen“, verrät Sänger und Gitarrist Patrick „Pat“ Prziwara. „Das ist eine Win-Win- Situation. Kommt hinzu, dass es auch in unseren Liedern nicht selten um´s Trinken und Spaß haben geht.“ In der Tat ist das zwölfte Studioalbum der Erlanger ein Riesenspaß. Kein Wunder, denn ihr punkiger Speedfolk wurzelt in Irland, dem europäischen Land, in dem das Feiern Volkssport ist. „Und auch nach den Konzerten“, setzt Pat hinzu, „geht die Sause oft noch weiter...“

Neben Parties gehört das Reisen zu den Leidenschaften der Franken, die bereits in Italien, Österreich, Schweiz, Holland, Belgien, Luxemburg, Norwegen, Schweden, Sibirien, Russland, Tschechien, Ukraine, Türkei und natürlich Irland gastierten. Bis zu achtzig Konzerte zelebrieren die Speedfolker im Jahr, da erstaunt es nicht, dass Fernweh auch ein Thema von „WINNERS & BOOZERS“ ist. Das fröhliche „A Night In Dublin“ ist ein gutes Beispiel dafür. „Das ist eine Nummer von unserem Akkordeonspieler Stefan Klug, der ist Traveller aus Passion. Stefan macht zweimal Urlaub im Jahr und dafür zieht es ihn meist ins Ausland.“ Von einem Piraten und einer Schatzkarte handelt „Buccaneer“, berichtet Pat und setzt lachend hinzu, „aber es spielt sich alles in einer Kneipe ab.“ „Don´t Look Back“ thematisiert, dass man nach einer negativen Abwärtsphase nicht zurückschauen sollte, sondern nach vorne, „dann geht es auch wieder aufwärts“, so Pat pragmatisch. „Wir haben uns eine Woche lang eingeschlossen und am Ende kamen wir mit einer Menge guter, neuer Songs heraus“, setzt er hinzu.

Die aktuelle Besetzung des Sextetts spielt seit 2006 zusammen, „WINNERS & BOOZERS“ ist das vierte Album, das von dieser Mannschaft aufgenommen wurde. Neben Vokalist Pat haben Fiddler´s Green in Ralf „Albi“ Albers noch einen zweiten Sänger, der ebenfalls Gitarre spielt. Rainer Schulz zupft den Bass, Frank Jooss sitzt am Schlagzeug, Tobias Heindl schwingt die Geige und der bereits erwähnte Stefan Klug umarmt die Quetschkommode.

In längst vergangenen Zeiten hatten einzelne Bandmitglieder als Akustik-Act begonnen, ab 1990 nannten sie sich dann Fiddler´s Green, nach dem Paradies für irische Seeleute, für die nach dem Tod im Garten Eden eine zünftige Fiedel nicht fehlen darf. Im Lauf der Zeit schälte sich ihr Mix aus Irish Folk, Rock´n´Roll, Punk, Reggae und Ska heraus, eine Mischung, die perfekt zu ihren temperamentvollen Jigs, Reels, Polkas und Traditionals passt. Mittlerweile sind so gut wie alle neuen Songs Eigenkompositionen – eine meisterhafte Kombination aus Tradition und Moderne. Fiddler´s Green schreiben sich ihre eigenen Klassiker.

Im Sommer 2004 fand auf der Burg Hoheneck ihr 1000. Konzert statt, das auf dem Live Album „Celebrate!“ festgehalten wurde. 2011 spielten Fiddler´s Green mehrere Konzerte mit In Extremo, seither verbindet beide Bands eine dicke Freundschaft. Für ihre Fußball-Hymne „Fields Of Green / Nie zu spät“ des vorletzten Albums „Wall Of Folk“ (2011) stiegen In-Extremo-Sänger Michael Rhein und -Dudelsackbläser Marco Zorzytzky als Gäste ein. Das Album kletterte auf Platz 24 der Charts und sorgte für zufriedene Gesichter. Zufriedene Gesichter hinterlässt auch „WINNERS & BOOZERS“, mit dem Fiddler´s Green in Sachen Dynamik, Eingängigkeit und Originalität deutlich zugelegt haben. Am Ende feiert das Sextett einen musikalischen Sieg, auf den man mit Fug und Recht ein Schlückchen nehmen kann.

 
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