demnächst

Unheilig

+ Mono Inc.

+ Apoptygma Berzerk


Samstag   27/11 2010   19.00 h
Münster, MCC Halle Münsterland
vvk: Ausverkauft!



Unheilig

www.unheilig.com
www.myspace.com/unheilig

Im Jahr 2000 gibt es mit der Single „Sage Ja!“ das erste Lebenszeichen von Unheilig, gefolgt vom lang erwarteten Debutalbum „Phosphor“ (VÖ: 2001). Kurz darauf erscheint die zweite Single „Komm zu mir!“. Nach dem erfolgreichen Erstlingswerk folgen zahlreiche Auftritte auf verschiedenen Festivals. 2002 zieht sich Unheilig zurück um das Weihnachtsalbum „Frohes Fest“ (VÖ: 2002) und den zweiten regulären Longplayer „Das 2. Gebot“ (VÖ: 2003) zu produzieren. Die erste Headliner–Tournee folgt kurz nach dem Release des 3. Albums „Zelluloid“ (VÖ: 2004). In der Folge wird per Fanvoting die E.P.CD „Freiheit“ veröffentlicht.

Die mitreißenden Konzerte veranlassen Unheilig den ersten Live-Mitschnitt auf den Markt zu bringen. „Gastspiel“ heißt die Live–Doppel–CD (VÖ: 2005). Wenig später gibt es den Live–Mitschnitt auch im DVD–Format mit dem Titel „KopfKino“ (VÖ: 2005). Der enthaltene Videoclip zum Lied „Freiheit“ läuft bei VIVA Plus auf Rotation. Neben Auftritten auf Open Airs geht es in diesem Jahr für Unheilig auch erstmals nach Spanien und Russland.

Die Veröffentlichung des Albums „Moderne Zeiten“ (VÖ: 2006) beschert den ersten lang erwarteten Album Chartentry auf #76 und parallel dazu verwendet der TV Privatsender PREMIERE den Song „Ich will alles“ für aktuelle Trailer. Die folgende „Goldene Zeiten–Tournee“ geht quer durch die Republik und lässt die 13 nahezu ausverkauften Clubs mit insgesamt 8.000 Fans toben. Darauf folgend wird per Fanvoting die limitierte E.P.CD „Astronaut“ veröffentlicht. Zudem spielt Unheilig im Sommer 2006 einige Festivals wie z.B. Mera Luna, WGT Festival, Nova Rock, usw. und präsentiert dort vorab die gemeinsame Single mit Project Pitchfork „Ich will leben“ (VÖ: 2006).

Im Herbst 2006 singt der Graf die Titel „Mein Stern“ und „Astronaut“ bei der PRO7 Fernsehshow „Frank der Weddingplaner“ und erreicht ungeahnte mediale Aufmerksamkeit. Zeitgleich wird die streng limitierte Live–Doppel–CD „Goldene Zeiten“ (VÖ: 2006) veröffentlicht. Unheilig beschließt dieses überaus erfolgreiche Jahr mit einer Weihnachtstournee quer durch die Republik.

Im folgenden Jahr zieht sich der Künstler etwas zurück und spielt nur wenige, ausgesuchte Festivals (Wacken Open Air, Amphi Festival, etc.) und arbeitet ansonsten im Studio an neuem Material.

Das Jahr 2008 startet mit der Veröffentlichung des neuen Albums „Puppenspiel“ (VÖ: 2008) und landet direkt auf #13 in den deutschen Media Control Albumcharts. 14.000 Unheilig - Anhänger kommen zu den 12 Shows der „Puppenspieler–Tournee“ im März/April. Weitere Auslandstermine in Österreich, Schweiz, England, Russland und Spanien stehen in der Folge an. Im Sommer wird ebenfalls per Fanvoting die neue E.P.CD „Spiegelbild“ veröffentlicht. Ferner werden einige ausgewählte Festivals gespielt (WGT Festival, Zita Rock, Castle Rock, Mera Luna, etc.). Ein weiteres Highlight in 2008 ist der Release der zweiten Live–DVD und Live-Doppel-CD im Oktober. Die „Puppenspiel–Live–Vorhang auf!“ DVD schießt in den Media Control DVD Charts direkt auf Platz #3; die dazugehörige Live-Doppel-CD landet auf #35. Es folgt die „Puppenspieler-Live-Tour“, die bereits vor dem Antritt der Konzerte, ausverkauft ist.

Im November tritt der Graf erneut in der PRO7 Hochzeits-Dokumentation „Frank der Weddingplaner“ auf und singt neben der Kulthymne „Mein Stern“ die erfolgreiche neue Single „An Deiner Seite“, die darauf folgend auch in die Media Control Singlecharts auf #64 einsteigt. DMAX, Discovery Channel etc. strahlen die Unheilig Dokumentation „Der Graf und ein Leben für die Musik“ aus, die den Sänger sowohl vor, als auch hinter der Bühne zeigt. 2008 schließt mit Platz #91 des „Puppenspiel“ Re-Releases in den Media Control Albumcharts und einem großen ausverkauften Jahresabschlusskonzert mit 4.000 Zuschauern in Köln ab.

Mitte des Jahres 2009 wurde das komplette Backprogramm wieder veröffentlicht und zudem wurden einige Festivals gespielt, sowie 3 große Unheilig & Friends Opens Airs mit insgesamt über 10.000 begeisterten Besuchern. Ansonsten steht das Jahr ganz im Zeichen der Produktion des neuen Albums (VÖ: Frühjahr 2010).


Support: Apoptygma Berzerk

www.theapboffice.com

www.myspace.com/apoptygmaberzerk

Im Englischen hört man auf gewisse Fragen öfters die Antwort: "it's not rocket science" [wörtlich: das ist doch keine Raketenwissenschaft], was so viel heißt wie "das ist gar nicht so kompliziert" - nur, wie heißt die Frage zu dieser Antwort? In unserem Falle, könnte die Frage uns einen nützlichen Hinweis über die Gruppe Apoptygma Berzerk selbst geben, und darauf welche enorme Schubkraft den Mann antreibt, der diese Band verkörpert - Stephan Groth.

"Wenn ich die Zeit, die ich für das "Studium" der Musik verbracht habe und dafür, mit der Band Apoptygma zu arbeiten, für das Studium der Mathematik oder der Ingenieurwissenschaften aufgewendet hätte, dann wäre ich wohl jetzt schon ein renommierter "Raketenwissenschaftler". Und auch der Longplayer "Rocket Science" verdankt seine Entstehung unter anderem genau dieser Triebfeder. Es ist bei mir so, dass ich genau diese eine Sache mache, die ich wirklich gut kann. Seit ich 18 bin bedeutet die Band Apop für mich mein Leben."

Groth und seine Gruppe sind so unzertrennlich wie Norwegen und seine Fjorde. Nachdem sich jetzt noch ein weiteres pulsierendes Album zu der Reihe der Apop-Alben hinzugesellt, scheint es an der Zeit zu sein, sich einmal mit dem Songwriter selbst in seiner Heimatstadt Fredrikstad in Norwegen zu unterhalten, um so ein wenig Substanz in die beeindruckende Statistik zu bringen (immerhin verbucht die Band einen Erfolg von mehr als ein Duzend Alben und mehr als 30 Veröffentlichungen, wenn wir auch die Singles und EPs dazuzählen - und kann auf eine Bandgeschichte von fast zwanzig Jahren zurückblicken, mit Tourneen in 15 Ländern - und mit vielen weiteren Projekten, die noch folgen sollen.). "Rocket Science" ist übrigens, wenn man mitzählen möchte, bereits das sechste Studioalbum.

Der kühne Seemann und Entdecker der Erdpole, Roals Amundsen, stammte zwar von auch aus dieser Stadt, aber kann das friedliche Postkartenidyll Fredrikstad, wirklich der Schmelztiegel sein, an dem der Apop-Sound geschmiedet wird?

"Nun, es ist nur eine Stunde weit bis nach Oslo und so kann ich jedes Mal, wenn ich mehr Rock'n'Roll brauche, dorthin fahren! Hier in Fredrikstad ist es sehr friedlich und ruhig, was nicht schlecht ist, um sich gut auf die Arbeit im Studio konzentrieren zu können."

Dass die Legende der Band Apoptygma Berzerk jetzt schon so lange anhält, und das in einer Musikszene die zunehmend launen- und wechselhafter wird, ist ein weiterer Beweis für Groths einzigartige Entschlusskraft und Zielsicherheit, und der relativ abgelegene Ort, an dem er seine Zelte aufgeschlagen hat, scheint sich in diesem Zusammenhang tatsächlich sehr günstig auszuwirken. Unabhängig davon, ist es jedoch auch ihm schnell klar geworden, dass die Herausforderung und auch das Risiko bei jedem neuen Album, das er herausbringt, immer größer wird. Eine Methode, gegen diesen Prozess anzusteuern, besteht darin, den Soundmix durch neue Rhythmen und frische Blut aufzustocken, so wie er es beispielsweise im Falle der "Rocket Science"-LP getan hat, als er Emil Nikolaisen von der befreundeten norwegischen Rockgruppe Serena Maneesh anheuerte.

"Obwohl wir musikalisch betrachtet beide aus der gleichen Schule kamen und uns auch für die gleichen Bands begeistern konnten, wie etwa Velvet Underground, Jesus & Mary Chain, ist er mit seiner Gruppe Serena Maneesh doch dann in einen ganz andere Musikrichtung gegangen. Als ich Emil dann in mein Studio einlud um dort für den Track "Right -- >" die Gitarre und den Bass zu übernehmen, ließ ich ihn einfach experimentieren und sagte ihm, er solle einfach so spielen, wie er wollte und was er wollte. Und tatsächlich war es dann am Ende so, dass er einen Track (Pitch Black) gemixt hatte und auch noch eine Reihe anderer Songs mit dem für ihn typischen Sound aufgemischt hatte." Auch der meisterhafte Jon Schumann (Kent, Mew, Kashmir, Carpark North) hat einige der "Rocket Science"-Songs gemischt, genauso wie Bob Kraushaar (bekannt für seine Arbeit mit den Gruppen Pet Shop Boys, Erasure, Human League and Aha).

Der Bezug zur Gruppe Mary Chain kommt im Sound inzwischen mehr als einmal auf und ganz besonders bei einem Track mit dem Namen "Butterfly Defect" kann man auch einen typischer JAMC-Beat heraushören."

"Das war wirklich meine Lieblingsband und durch sie bin ich eigentlich erst zur Musik gekommen. Der Song "Happy When It Rains" war der erste Song, den ich gelernt habe, auf der Gitarre zu spielen."

Eine sehr sympathische Eigenschaft der Band Apoptygma Berzerk war bisher immer die offenkundige Begeisterung gewesen, mit der diese Musiker zu denjenigen stehen, die wiederum ihre Musik beeinflusst haben - das ging sogar soweit, dass sie ein gesamtes Album mit Coverversionen aufgenommen haben (das "Sonic Diary" von 2006), das bis zurück zu Popikonen wie der Sängerin Nico und bis in die heutige Zeit mit der Band Keane reichte. Ihre Version des Songs "Shine On", den sie von der Gruppe House of Love gecovert hatten, hatte es wirklich verdient auch ein eigener Hit zu werden.

Heute ist der spezielle Apop-Sound, der durch Groths hervorragende Leistungen als Vocalist vermittelt wird, sofort zu erkennen und ließe sich keinesfalls auf Summe der einzelnen Anteile zu reduzieren. Diejenigen, die davon besessen sind, zwanghaft Genre-Kategorien zu finden, würden diese Musikstil in die Schublade des "Synthpop" einordnen, aber diese Klassifizierung wird der Gruppe nicht gerecht, hat sie doch eine Anziehungskraft, die weit über die Grenzen der elektronischen und auch der Rockmusik hinausgeht.

"Es ist doch so: In der Vergangenheit fiel es immer befremdend auf, wenn Rockbands elektronische Elemente in ihre Musik aufgenommen haben, denn ihre elektronischen Features waren eben nicht wirklich gut. Das gleiche passierte auch immer dann, wenn Synthesizer-Bands in ihren Stil Gitarrensounds eingebaut hatten. Vor zehn Jahren noch galt es für Bands, deren Sound auf Synthesizer-Klängen aufbaute, als ungeschriebenes Gesetz, niemals Rock-Gitarren einzusetzen! Erst als Depeche Mode diese mit Erfolg einsetzte, schien diese Kombination langsam annehmbarer zu werden und als Martin Gore schließlich sagte, dass er die Songs eigentlich auf der Gitarre komponiert hatte, wurde mir klar, dass ich meine Songs auch auf einem Instrument schreiben konnte. Ich bin ein ziemlich schlechter Gitarrenspieler, aber auf einer akustischen Gitarre zu spielen, ist ein ganz besonderes Erlebnis, und so habe ich die letzten Alben auch auf diese Weise geschrieben."

Was können wir uns also nun von "Rocket Science" erwarten? Sollen wir uns auf eine Reise in die Synthesizer-Studios vergangener Zeiten einstellen oder sollen wir uns auf aufputschenden rockigen Raketentreibstoff gefasst machen?

"Einerseits besteht unsere Strategie darin, dort weiterzumachen, wo wir mit der letzten Scheibe "You and Me Against the World" aufgehört hatten, die ja starker durch rockige Einflüsse geprägt war. Aber auf der anderen Seite wollten wir auch einen Schritt zurück gehen in Richtung elektronische Sounds, was ja die Musikrichtung aus der wir eigentlich kommen. Und dann scheint es wieder so, dass der Ansatz sich doch mehr nach Rock anfühlt und wahrscheinlich wird sich dies als das rockigste Album herausstellen, das wir je gemacht haben. Es wird also ein Album sein, das sowohl unsere treuen langjährigen Fans als auch unsere neuen Fans ansprechen wird."

Während er das Konzept des neuen Albums für uns abscannt, spricht eine beinahe ansteckende Überzeugungskraft aus der Stimme von Stephan Groth heraus. Von der ersten Phase, die mit dem Elektropop und EMB-Sound der Songs "Soli Deo Gloria" und "7" begann, ging es dann weiter über das Indie-Pop-Feeling der LP "You and Me Against the World" aus dem Jahre 2005 bis hin zu den heutigen Sound, der sich einerseits aus Elementen der vergangenen Erfolgsgeschichte speist und andererseits genügend Energie besitzt, um in neue Bereiche vorzudringen. Wir haben es hier mit einer Band zu tun, die sich niemals damit zufrieden geben wird, die gleiche CD ein zweites Mal herauszubringen.

"Ich glaube, es gibt zwei Arten von Bands, auf der einen Seite haben wir Gruppen wie, sagen wir mal, AC:DC und die Ramones, von denen wir auf keinen Fall möchten, dass sie Alben mit Synthesizer-Pop herausgeben (obwohl das auch mal ganz interessant sein könnte!) - sie sollen am Besten die Ramones bleiben, und auf der anderen Seite gibt es Gruppen wie Depeche Mode und U2 oder, wie früher, die Beatles, bei denen jedes neue Album dich in Atem hält und du dir die spannende Frage stellst: "Was für einen Sound werden sie sich wohl dieses Mal ausgedacht haben?""

Von der LP "Rocket Science", hängt es ab, ob Apoptygma Berzerk ihren Anspruch, in genau diese zweite Kategorie zu gehören, einlösen kann. Manche Kritiker, die ein feines Gespür haben, sehen die Gruppe als bereits dort angelangt, wie die Musikerkollegen der Gruppe Good Charlotte vor kurzem feststellten: "Wenn es um die Musikszene der experimentellen so genannten "Industrial Music" geht, dann ist Apoptygma Berzerk die beste Avantgardegruppe der Welt, ja genau - der ganzen Welt. Sie glauben uns nicht? Gehen Sie an irgendeine Stelle unseres Planeten und fragen Sie eine beliebige Person, ob Sie die Gruppe Apoptygma Berzerk kennt und sie wird Ihnen garantiert sagen, dass Stephan der John Lennon dieser "Industrial Music"-Szene ist."

Wie immer bei Apop, ist es auch diesmal bei der neuen LP so, dass es mehr zu hören gibt, als man auf den ersten Blick wahrnimmt und wenn man sich mit dem Inhalt der Songtexte des Albums beschäftigt, gibt es ein Thema, dass sich durchzieht und in den einzelnen Tracks immer wieder auftaucht - ein durchdringender Weckruf, der unsere Gehirne aus ihrem Schlaf aufwecken soll.

Es beginnt mit dem missionarisch anmutenden Statement "Pleased to meet you, we came to drop bombs on you" - zu deutsch: "Schön, euch kennen zu lernen, wir sind gekommen, um ein paar Bomben auf euch abzuwerfen" -, welches keinen Zweifel daran lässt, dass dieses explosive Album sich nicht mit plätschernder Passivität zufrieden gibt!

Der erste Song "Weight of the World" - zu deutsch: "Das Gewicht der Welt" - konfrontiert uns mit der Behauptung, dass wir zu lange damit gewartet haben, den Deckmantel aus Rauschschleiern zu lüften, der die Methoden und Beweggründe derjenigen verschleiert, die unser Leben und unser Schicksal lenken wollen und gipfelt in der Aussage -

"1984 ist jetzt" ("1984 is now!").

Im gleichen Song wird die von George Orwell in seinem Roman 1984 beschriebene Zukunftsvision eines totalitären Überwachungsstaates aufgegriffen -

"So no one told you, they've been lying to us all along - they thought control us" (zu deutsch: "Also hat dir niemand gesagt, dass sie uns die ganze Zeit angelogen haben - sie kontrollieren unsere Gedanken"), eine Aussage, mit der an das von der Romanfigur Winston Smith begangene Verbrechen erinnert wird - er wagte es die Frage "warum?" zu stellen - ,das heute noch die gleiche Brisanz hat, wie damals.

Groth selbst sagt, dass er "geschockt" war, als er feststellte wie sehr "das System ihn durch die Schuljahre hindurch belogen hatte". Die Kultur der Nicht-Information endet jedoch nicht schon hier: "Mir wurde klar, dass viele der so genannten "Verschwörungstheorien" eigentlich Fakt und nicht nur Theorien sind."

"Asleep or Awake" - [zu deutsch: Schläfst du oder bist du wach?"] weist darauf hin, wie sich die Fähigkeit der Menschen zur Kritik und zur kritischen Wahrnehmung langsam schwindet - "they dumbed us down and slowly changed our thoughts - now we believe in nothing but never-ending wars", was übersetzt heißt: "Sie haben uns abgestumpft und langsam unsere Gedanken verändert - jetzt glauben wir an nichts anderes mehr als an ihre niemals endenden Kriege".

Kennzeichnend für dieses Album sind die vielen verschiedenen Stimmen, die eingespielt werden und dann wieder verblassen, was mit einer Intensität geschieht, die uns hellhörig werden lässt und uns zur besseren Wahrnehmung der moderne Gesellschaft und ihrer Machtstrukturen, von denen sie getragen ist, anstößt.

Eine dieser Stimmen, die man auf der LP vernehmen kann, ist die des Enthüllungsjournalisten Chris White, der eine Verschwörungstheorie [Nowhere-To-Run/Conspiracy Clothes-Theorie] vertrat, die für viel Lärm gesorgt hat, und der die Folgen der Ereignisse vom 11. September zu erforschen und aufzuklären versuchte - ein kühner Gegner der von den Medien lancierten Meinungen, der vielmals gegen die so häufig propagierten Fehleinschätzungen angetreten ist.

Vielleicht kann man auch noch eine andere Verbindung ziehen, nämlich die zur Raumfahrt, die in dem Titel "Rocket Science" ["Raketenwissenschaft", gemeint ist eigentlich: Raumfahrttechnik] angedeutet ist ... seinerzeit, als die Live-Übertragungen über die Landungen der Appollo gesendet wurden und dies zum Massenmedien-Spektakel wurde, hatten diese doch etwas auffallend "inszeniertes" an sich. Raumfahrtforschung selbst, war niemals einfach nur bloße Wissenschaft, sondern stand stets im Dienst eines spezifischen Ziels, gleich ob dieses offenkundig oder verschleiert war. Es gibt sogar Verschwörungstheorethiker, die die Nasa-Missionen im Zusammenhang mit dem Okkulten sehen - denn der Name "Appollo" ist eine Abwandlung des Namens "Luzifer", der in der Bibel den Teufel benennt. Es könnte sein, dass nicht alles das ist, als was es aussieht … oder dass es ganz sichtbar und ganz offenkundig vor all unser Augen und gerade dadurch verschleiert ist.

"Es geht wirklich um zwei verschiedene Sichtweisen der Welt. Wenn du dir die Welt anguckst, kannst du entweder daran glauben, dass alles nur durch Zufall geschieht, oder aber du siehst dir die Welt an, und gehst davon aus, dass alles, was passiert, das Ergebnis einer Planung ist. Ich meine nicht nur die Frage, wie der Mensch entstanden ist und zu dem wurde, was er ist, sondern auch das wirtschaftliche System mit seinen Höhen und Tiefen, Kriegen, politischen Implikationen, Gesundheitsversorgungsthemen sowie Umweltthemen … ich meine das alles. Natürlich glaube auch ich, dass einige Dinge rein zufällig passieren, aber nur kleinere Angelegenheiten, hinter all den größeren Ereignissen stecken auf die eine oder andere Art auch ein Plan und eine Absicht. Es gibt immer jemanden, der Entscheidungen trifft und der dadurch vorgibt, was passieren wird. Auch so eine einfache Sache, wie ein neues Album herauszugeben, ist das Ergebnis einer speziellen Planung und einer gewissen Strategie."

Es ist eine große Herausforderung an eine Rock-Band, den Anspruch an sie zu haben, dass sie dazu beitragen soll, die Machenschaften der Welt, in der wir leben, aufzudecken. Sätze wie "You poked out your eye and then you rose to fame" [zu deutsch: "du hast dir ein Auge ausgestochen und danach wurdest du berühmt"] deuten einerseits rücksichtsloses Erfolgsstreben und anderseits auch die Selbstaufopferung an. Um den großen Kontext in Frage zu stellen, ist es hilfreich, sich die Stellen anzusehen, an denen verschiedene Weltsichten aufeinander treffen - dort, wo der Rauch auf seinen Spiegel trifft. Groth stellt die Frage, welche Absicht wohl hinter Verschwörungstheorien steht und welches ihr Nutzen ist, angesichts dessen, dass man durchaus feststellen kann, dass diese in manchen Fällen doch wohl eher Tatsachen als Theorien sind.

Es gibt noch viel mehr zu entdecken, in diesem neusten Kapitel der Apoptygma-Berzek-Saga. Die Texte werden dich immer tiefer in die Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten der Welt hineinführen, wenn du ihrer Spur folgst. Schlafen oder wachen, real oder surreal, verschleiernd oder enthüllend, das sind die spannenden Fragen.

Wenn die Band ihr volles akustisches Volumen erreicht und in einen sonoren Overdrive übergeht, lässt sie uns mit einer letzten Frage zurück: Wenn das keine Raumfahrttechnik ist, was ist es dann?

Denk darüber nach, denn (und falls du ganz genau lauscht, könntest du Amanda Palmer von den Dresen Dolls in dem Song hören) "Auch wenn wir mit Lichtgeschwindigkeit davonrennen, wird uns das nicht in Sicherheit bringen" was sich im Originaltext ("Black versus white") so anhört: "Running away at the speed of light won't keep us safe".


Support: Mono Inc.

www.mono-inc.com

www.myspace.com/monoinc

Woran denkst Du, wenn Du das Wort MONO hörst? Stereo? Das wäre doch viel zu einfach!

Nein, der Name der Hamburger Band um Frontmann Martin Engler ist eine Ableitung von MONOMANIE. Dieser Begriff stammt aus der Krankheitslehre des frühen 19ten Jahrhunderts und bedeutet soviel wie Teilwahnsinn. Wer allerdings vom musikalischen Feuerwerk (welches die Band am liebsten live entfacht) erfasst wird, muss sich dagegen eher fragen: „warum nur Teilwahnsinn?“. Immerhin legen MONO INC. im Laufe der letzten 2 Jahre einen derart planierraupenartigen Siegeszug durch die Szene hin, den man getrost als kompletten Wahnsinn bezeichnen kann!

Spätestens seit dem Szene-Hit Get Some Sleep vom vorletzten Longplayer Pain, Love & Poetry kennt auch die letzte schwarze Seele die Musik der drei Herren mit der Lady an den Drums. Folgerichtig sind MONO INC. schon 2008 und 2009 auf allen erlebniswerten Festivals nicht zu überhören und können auf Ihren ausgedehnten Tourneen mit Subway To Sally und ASP viele weitere Herzen infizieren.

Am 25.09.2009 erscheint mit VOICES OF DOOM das vierte Album inklusive der gleichnamigen Hitsingle und markiert einen Meilenstein in der Bandgeschichte, denn Fans und Medien feiern es gleichermaßen ab. Die Kommentare der führenden Magazine: „Ein Meisterwerk!“ (Orkus) „Ein absolutes Muss!“ (Zillo) „Unwiderstehlich!“ (Sonic Seducer). VOICES OF DOOM steigt am Tag der Veröffentlichung in die deutschen Rock- und Metalcharts ein und behauptet sich für 10 Wochen in den Top 30.

Im Januar 2010 schlagen MONO INC. ein weiteres Kapitel in Ihrem Buch des Teilwahnsinns auf: man startet die erste echte, heiß ersehnte Headlinertour der Bandgeschichte – mit wahnsinnigem Erfolg! „Gigantisch und und schlicht überwältigend, dass bei so vielen Clubs das AUSVERKAUFT-Schild an der Tür hing…“ schwärmt Sänger Martin Engler. Diese Resonanz bleibt nicht ohne Konsequenzen: ab dem 1. Oktober 2010 spielt die Band nach reichlich Festivals einen zusätzlichen, zweiten Teil der VOICES OF DOOM-Tour in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Martin weiter: „Endlich Schluss mit dem Entzug – wir freuen uns sehr auf die Tour und den prall gefüllten Festival-Sommer. Wir sind einfach eine Live-Band und verbringen unser Leben am liebsten auf der Bühne!“

Wer MONO INC. bislang verpasst hat, bekommt also 2010 noch zahlreiche Möglichkeiten, sich von der Energie und der bestechenden Live-Atmosphäre der Teilwahnsinnigen zu überzeugen.

Martin Engler – vocals

Katha Mia – drums, background vocals

Carl Fornia – guitars, background vocals

Manuel Antoni – bass, background vocals

 
Unheilig



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