demnächst

Rise Against
+ The Bronx + Cancer Bats

Mittwoch   11/04 2007   20.00 h
Bielefeld, Ringlokschuppen
vvk: 18,40 €



Rise Against

www.riseagainst.com

Man sagt ja, dass man im ersten gemeinsamen Urlaub soviel über den Partner lernt, wie sonst im ganzen Jahr zuvor nicht. Weil man sich eben nicht 24 Stunden am Tag von seiner besten Seite zeigen kann. Vielleicht haben sich deswegen Tourfilme als probates Mittel etabliert wenn es darum geht, dieser oder jener Band mal auf die Schliche zu kommen: Wie funktionieren die? Wie sind die so? Wie leben die? Im Falle der USPunkrocker Rise Against und ihrer "Generation Lost"-DVD geht man gar noch einen Schritt weiter. Es geht ums gemeinsame Überleben, nicht weniger.

"How We Survive" heißt der 45-minütige Tourfilm, der neben neueren Musikvideos, Making- Ofs und Live-Ausschnitten den Hauptteil der DVD stellt. Klingt dramatisch, denn letztlich geht es ja nur um Punkrock, für manch einen ist das aber schlichtweg das ganze Leben. Für Tim McIlrath z.B., den Sänger und Gitarristen von Rise Against, der zwar wie seine Bandkollegen mittlerweile verheiratet ist, zusammen mit seiner Frau eine kleine Tochter hat, stattdessen aber der Straße, den Clubs noch nicht zu Gunsten des bürgerlichen Lebens abgeschworen hat. Und so zieht er mit seiner Band durch die Lande, redet mit seinen Fans – Dropouts, Misfits, Outsider, wie sie sich selbst gern sehen, aber eben auch mit einem stattlichen Mittvierziger, Managertyp, konservativer Republikaner, sie gestatten. Ob der sich ähnlich für den Tierschutz und/oder gegen Rassismus engagiert, wie es zum festen Bestandteil der Rise Against-Philosophie gehört? Es scheint zumindest möglich. Denn irgendwie scheint eins klar: Rise Against-Fan wird man nicht nur auf Grund der Musik, sondern aus Überzeugung für die Sache. Vielleicht gesteht deswegen auch Bassist Joe Principe ein, irgendwie nicht nur mit seiner Frau sondern auch mit der Band verheiratet zu sein.

Man lernt also in dieser Dreiviertelstunde was es heißt, Rise Against (-Fan) zu sein. Man versteht, worauf es hier ankommt. Man versteht, warum Musiker und Crewmitglieder immer wieder von ihrer Familie reden und damit ausnahmsweise mal nicht Frau und Kind meinen. Nicht nur für Sänger Tim McIlrath ist die vielleicht überlebenswichtig. Und spätestens der Videoclip zu "Ready To Fall" zeigt dann auch, dass es nicht nur um den Spaß geht: Die Band rockt, unterbrochen von PETA-Videomaterial von sterbenden Delfinen und in Käfigen gepferchten Hühnern. Eine Spaßbremse, fand auch MTV-USA und verbannte den Clip aus seinem Programm. Für Rise Against nur einer von vielen Gründen, weiterzumachen.


Support: Cancer Bats

www.cancerbats.com

The Cancer Bats have come to destroy. Fueled by a burning desire to rage harder, play louder and have more fun than any other band, Cancer Bats mix hardcore, southern metal and punk rock into a lethal rock and roll explosion.

The band originated in May of 2004 with singer Liam Cormier and guitarist Scott Middleton, former member of Toronto metal band At The Mercy Of Inspiration. The two wanted to form a project that combined their favorite parts of bands like Refused, Black flag, Led Zeppelin and Down, among others. The lineup was rounded out with the addition of Andrew McCracken on bass and Mike Peters on drums.

The four-piece wasted no time writing and recording songs for a self-released demo that saw light in January of 2005. The band began playing shows throughout southern Ontario, spreading the gospel of rage. With two east-coast tours in Canada and the US under their belts, the Cancer Bats are eager to party in every city, town and metropolis that will have them. For the time being, though, the band is sticking close to home as they finish writing their first full-length, due out early 2006 on Distort Entertainment.


Support: The Bronx

www.thebronxxx.com

Schneller! Härter! Schlauer!

Mit ihrem zweiten Album knüpfen The Bronx nahtlos an den Sound ihres frenetisch gefeierten und mittlerweile vergriffenen Debüts aus dem Jahre 2003 an: aggressiv und kraftvoll schmetternder Metal Punk Core aus heftig feuernden Gitarrenriffs und hartem aber klug harmonisiertem Schreigesang.

Was The Bronx hier 13 Stücke lang erfrischend authentisch vom Stapel lassen, lässt die Herzen aller beseelten Rocker höher schlagen. Denn Matt Caughthran (Gesang), Joby J. Ford (Gitarre), James Tweedy (Bass) und Jorma Vik (Schlagzeug) aus Los Angeles, die sich 2002 zusammenfanden, und ihr direkt das Ziel suchende und findende Material vergessen niemals, dass wahre Wildheit nur was taugt, wenn sie neben dem Herz auch ein Hirn hat. Das hat natürlich auch Guns'n'Roses' Gilby Clarke schnell gemerkt, der es sich nicht nehmen ließ, die ersten Demos der amerikanischen Ausnahmerocker zu produzieren. Doch The Bronx hatten große Protektion eigentlich nie wirklich nötig. Neben ihren ausgezeichnet gebauten knüppelharten Songs, deren doppelter Boden nicht gleich auffällt, einen dann aber umso heftiger von den Füßen holt, hat ausgiebiges, zweieinhalbjähriges Touren dafür gesorgt, dass ihr guter Ruf mittlerweile weit über eingefleischte Rockistenkreise hinausreicht. Ihr in der Tradition der Stooges stehender Sound und ihr ironisches, vielleicht am ehesten mit Bands wie Turbonegro oder New Bomb Turks vergleichbares Gebaren ist so authentisch und direkt, dass man kaum noch zwischen gut und böse unterscheiden kann. Oder will. Gut so! Dazu gehören dann natürlich auch Geschichten. Wie die von dem Mystiker, den The Bronx aufsuchten, weil sie eingefahrene Routinen vermeiden wollten und der ihnen den Rat gab, ihre zweite Platte in einer ehemaligen, umgebauten Methadonklinik einzuspielen, nur einen Steinwurf weit von Venice Beach entfernt. Außerdem haben The Bronx mit Gitarrist Joby J. Ford sogar einen waschechten Grafikdesigner in ihren Reihen! Kuriose Songtitel wie das nach fiesem Blutspucken klingende "White Guilt", "Transsexual Blackout (The Movement)" oder "Rape Zombie" sprechen eine eigene deutliche Sprache. Kurzum: Es macht einfach Spaß und erfrischt ungemein, The Bronx zu hören und zu erleben. Denn die furchtlosen Vier zeigen, dass kompromisslose Härte sich nicht in Kompromisslosigkeit als Selbstzweck erschöpfen muss, sondern auch in schöpferischer Klasse gipfeln kann.

 
Rise Against



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