demnächst

The Kooks

+ Auletta


Mittwoch   03/06 2009   20.30 h
Bielefeld, Ringlokschuppen
vvk: ausverkauft



The Kooks

www.thekooks.com
www.myspace.com/thekooks

„Die besten Platten der Welt kann man in jeder Situation hören: Man legt sie bei einer Party auf, und sie klingen toll; man legt sie in einem Club auf, und sie klingen toll; oder man hört sie über Kopfhörer im Bett. Daran erkennt man ein gutes Album“, verkündet Luke Pritchard. „Und genau so sehe ich Konk.“

The Kooks melden sich zurück. Ihre 2006er Veröffentlichung Inside In/Inside Out war ein Riesenhit, verkaufte sich weltweit über 2 Millionen Mal und brachte megaerfolgreiche Singles wie ‚She Moves In Her Own Way’, ‚You Don’t Love Me’, ‚Sofa Song’, ‚Eddie’s Gun’, ‚Ooh La’ und insbesondere ‚Naïve’ hervor – womit das Album sozusagen ein Eigenleben entwickelte. In der Folge spielte das Quartett aus Brighton ausverkaufte Shows nicht nur im UK, sondern auch in Amerika und auf der ganzen Welt, trat unterwegs als Opener mit den Rolling Stones auf und etablierte sich kategorisch als „großartige britische Band“.

Sänger/Gitarrist Luke Pritchard, Leadgitarrist Hugh Harris, Bassist Max Rafferty und Drummer Paul Garred standen bald in dem Ruf, zu den klassischen britischen Songwriting-Acts zu zählen, auf einer Stufe mit den Kinks, Oasis, Coldplay und diversen anderen großen Namen, ganz einfach weil sie ein untrügliches Gespür dafür haben, was Popmusik groß macht.

„Wenn man sich durch einen Song nicht gut fühlt, macht er keinen Sinn“, findet Luke. „Es gibt schon genug langweilige Lieder, die reine Nabelschau betreiben. Ich hasse dieses Zeug. Das muss man hinter sich lassen, wenn man wirklich tolle Stücke zustandebringen will.“

„Musik sollte das Publikum glücklich machen“, stimmt Hugh ihm zu. „Sie sollte dich irgendwie verändern. Deshalb sind unsere Fans so verrückt und engagiert. Das ist die Verbindung.“ „Bei unseren Gigs haben die Leute einen tollen Abend“, fährt Luke, der gerade erst 22 Lenze zählt, fort. „Darum geht es. Ich bekomme wahrscheinlich viel mehr vom Publikum als das Publikum von uns bekommt. Bei der Musik geht es darum, Menschen zusammenzubringen. Wie kann man zynisch sein, wenn man auf einem Festival spielt, 20.000 Leute vor sich sieht – völlig unterschiedliche Leute: jung, alt, schwarz, weiß – und alle denselben Song singen?“

Wer jemals Spaß an (a) Popmusik oder (b) einem tollen Abend auf der Rolle hatte, kann sich auf Konk, den zweiten Longplayer der Kooks, freuen – aufgenommen an sechs Wochenenden Ende 2007 in Ray Davies’ Konk Studios im Norden Londons, gefolgt von einer Woche in der Sound Factory in Los Angeles. Die Sessions brachten die Band wieder mit dem allseits geschätzten Produzenten Tony Hoffer (Beck/Air/The Fratellis) zusammen. Luke: „Es war toll. Wie ein Ehemaligentreffen mit unserer alten Schulklasse. Tony ist ein Genie; er ist wirklich begnadet und wir sind gern mit ihm zusammen. Wir hatten eine Menge Spaß.“

Während James Browns Live At The Apollo-Klassiker ‚I’ll Go Crazy’ täglich im Studio dudelte, verbrachten sie die Zeit nach den Sessions im irischen Pub um die Ecke, wo die Kooks sich schnell mit den Gästen anfreundeten. „Der Besitzer schloss die Türen ab“, erinnert sich Luke, „und wir mussten mit den hartgesottenen Iren trinken.“

„Ich dachte darüber nach, wie cool das Studio ist“, erklärt Hugh den Albumtitel, „und was für eine große Rolle es für unseren Sound gespielt hat.“

Und tatsächlich dürften treue Kooks-Fans auf Konk viel von dem offenen Geist wiederfinden, der Inside In/Inside Out zu einem echten Mundpropaganda-Erfolg machte – einem jener kulturellen Phänomene, die immer größer werden, je mehr Leute sie hören –, während andere feststellen werden, dass sie ganz subtil ihren Einsatz erhöht haben. „Es klingt groß“, meint Luke, der nicht unbedingt dazu neigt, Prozesse allzu intensiv zu analysieren und seine Songs lieber für sich selbst sprechen lässt. „Dieses Mal haben wir viel gründlicher über die Produktion nachgedacht. Schließlich ist es unser zweites Album, und wir haben deutlich mehr Tour- und Aufnahmeerfahrung. Wir wollten eine dynamische Platte einspielen, auf der jeder Song in seiner eigenen kleinen Welt existiert. Das ist die Philosophie, die dahintersteckt.“

„Wir haben immer unglaublich viel Material“, meint Hugh über die Setlist, die aus Songs besteht, die zum Teil zurück zu Inside In/Inside Out datieren, während andere gerade einmal vierzehn Tage vor Beginn der Sessions fertig waren. „Als Songwriter muss man Dinge zu Papier bringen. Heutzutage ist es eine Riesensache, ein Album aufzunehmen. Die Kinks haben damals zwei Alben pro Jahr herausgebracht. Die Rolling Stones gingen ins Studio und nahmen eine Single – plus B-Seite – zwischen zwei Touren auf. Viel von dieser Direktheit ist verlorengegangen. Aber wir haben eine wirklich tolle Platte zustande gebracht, auf die ich sehr stolz bin, und ich schäme mich nicht, das zu sagen.“

Während ‚Gap’ eine klassische Kooks-Nummer ist, erkundet Luke mit ‚Shine On’ bisher unerforschte lyrische Gefilde zu einer wunderschönen Melodie. Dieses Stück dürfte zu einem wichtigen Bestandteil des Kooks-Livesets werden. „So einen Song haben wir noch nie aufgenommen“, sagt er. „Für viele Leute mag er ziemlich durchschnittlich klingen, aber wenn man genau hinhört, ist er das keineswegs. Vielmehr handelt es sich um ein ziemlich eigenartiges Liedchen, mit dem ich sehr zufrieden bin.“ Dann ist da noch ‚Always Where I Need To Be’, eine sich überschlagende Rocknummer mit einem „do-do-do, do-do-do-do“-Refrain, das vielleicht eingängigste Stück, das die Kooks bisher geschrieben haben. ‚Sway’ dagegen erweist sich als frühes Album-Highlight. „‚Sway’ höre ich mir immer wieder an“, gesteht Luke. „Hughs Gitarrensolo ist genial – keine Ahnung, wie er das hinbekommen hat, obwohl ich dabei war. Und natürlich ist der Text für mich etwas ganz Besonderes.“

Kommen wir zu 2008, das ein weiteres brillantes Jahr für den Vierer zu werden verspricht. „Wir haben den Durchbruch [2006] zusammen mit ein paar tollen Acts geschafft – den Arctic Monkeys, Amy Winehouse, Beirut –, aber meiner Meinung nach war das letzte Jahr ziemlich bedeutungslos, was Bands angeht“, findet Luke. „Mir scheint, dass genau der richtige Zeitpunkt für unsere Rückkehr gekommen ist.“

Mit Konzerten an exotischen Plätzen wie Dubai, Brasilien und – nicht zu vergessen – Hawaii, ganz zu schweigen von ein paar besonderen UK-Gigs („Wir wollen es dieses Mal anders machen“, erklärt Luke. „Ein paar dieser Arenen … wer will schon eine Band in einem Blechschuppen sehen?“) sowie einem wahrhaft magischen Auftritt beim Isle Of Wight-Festival – die Aussichten der Kooks für 2008 sind sonnig.

„Wir haben ein wirklich gutes Album aufgenommen“, erklärt Luke abschließend. „Mir gefällt der Gedanke, dass Menschen es in ihren Schlafzimmern auflegen und dann dazu verrückt spielen.“

„Ich hoffe, dass jeder es auflegt“, sagt er, „und sich gut fühlt.“

Um es mit B.B. King zu sagen: Let the good times roll!


Support: Auletta

www.auletta.de

www.myspace.com/aulettaband

Wenn eine junge Band das Zeug hat, jedem Miesepeter den Garaus zu machen und lieber das Leben als Sturz ins Glück zu begreifen, dann Auletta. Alex (Gesang & Gitarre), Martin (Gitarre), Dan (Bass) und Jusch (Schlagzeug), alle Mitte zwanzig, kennen sich schon ewig und teilen auch ihre Musikbegeisterung seit eh und je. Nach Idolen befragt, fallen zwar Namen wie Beatles und Stones, Bowie und Dylan, Clash und Velvet Underground, aber bei ihren beeindruckend ausgereiften und fesselnden Songs empfindet man doch eine stärkere Affinität zu Bands unserer Zeit wie Libertines, Mando Diao, Franz Ferdinand und Kooks. Auletta – benannt nach einem italienischen Dorf südlich von Neapel, wo die Band, nachdem Alex gerade ein halbes Jahr im Popmekka London verbracht hatte, vor drei Jahren aus der Taufe gehoben wurde – sind mit ihrem gefühlstrunken lebenshungrigen Gitarrenpop ganz dem Hier und Jetzt verhaftet.

Bereits im Sommer 2006 nahmen Auletta eine erste EP auf, aber vor allem wurde in den folgenden zwei Jahren intensiv geprobt und getourt. Der Auftritt bei Rock am Ring im letzten Jahr zählte ebenso zu den Highlights wie Support-Gigs für Art Brut, HushPuppies und Teenagers. Ende letzten Jahres gingen Auletta ins Studio, um unter der Federführung der Produzenten Sven Bünger (Madsen) und Axel Bosse ihr Debütalbum „Pöbelei & Poesie“ aufzunehmen. Die zwölf Songs zeichnen sich durch ein Maximum an Energie und zündender Melodik aus, so dass sich gleich mehrere Songs als Single aufdrängen. Die Palette reicht von dem durchaus wörtlich zu nehmenden „Schrei und tanz“ (auf www.auletta.de als Free Download!), einer pfiffigen Replik auf „Twist And Shout“, über „Schlagt Alarm“, einem Power-Plädoyer für mehr Mut zur Wut, und „Roboter“, einer Aufforderung zu befreiendem Lachen, bis zum Titelsong, der den Strokes alle Ehre macht. Ausgestattet zudem mit großem Wortwitz, unbändig lustvollem Drive und dem Hang zu überbordend mitreißender Performance, sind Auletta zweifellos auf dem Sprung in die Erste Liga deutschsprachiger Rockbands. Wie singen Auletta so schön: „Die Zeit ist reif für unsere Vision“.

 
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